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Introduction

Das Problem: Die Heizkörper bzw. die Fußbodenheizung oder das Warmwasser bleiben kalt, obwohl die Wärmequelle funktioniert.

Besonders wenn die Heizungs-Umwälzpumpe über den Sommer nicht in Betrieb war, kann es sein, dass der erste Start danach nicht klappt. Als Vorbeugung könntest du die Pumpe auch im Sommer einmal im Monat für ein paar Sekunden laufen lassen. Aber wenn du diese Anleitung liest, ist es dafür dieses Mal wohl schon zu spät. Das Problem kann aber auch ohne offensichtlichen Grund jederzeit auftreten.

Den ersten Versuch, den man dann üblicherweise macht, findet man auch an vielen anderen Stellen im Internet beschrieben, auch in mehreren Videos. Sollten diese Tipps nicht helfen, muss man die Pumpe trotzdem nicht gleich wegwerfen, sondern kann ihr mit dieser Anleitung noch eine zweite Chance geben. Besonders, wenn das Problem (so wie bei mir) an einem Sonntag-Morgen auftritt und man keine Ersatzpumpe kaufen kann, ohne einen Notdienst in Anspruch zu nehmen.

Die ersten 3 Schritte sind einfach. Ob du dir auch die restlichen Schritte zutraust, musst du selbst entscheiden. Ich habe diese Anleitung nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Trotzdem lehne ich jede Verantwortung ab, falls bei dir beim Nachmachen etwas schiefgeht.

Bevor du loslegst prüfe bitte, ob es die Besitzverhältnisse und Vorschriften an deinem Wohnort überhaupt zulassen, dass du Arbeiten an der Heizungsanlage durchführst. In jedem Fall trägst du die Verantwortung.

  1. Bevor du mit den folgenden Schritten beginnst, prüfe, ob die Pumpe läuft. Denn falls sie läuft, dann ist diese Anleitung für deinen Problemfall nicht geeignet. Wenn du das übliche, leise Arbeitsgeräusch der Pumpe kennst und daraus jetzt ein ganz leises, tiefes Summen oder gar kein Geräusch geworden ist, dann steckt möglicherweise der Pumpenrotor fest. Das Summen, das ich meine, ist ganz gleichmäßig (z.B. 50 oder 60 Hz) und eindeutig kein Laufgeräusch.
    • Bevor du mit den folgenden Schritten beginnst, prüfe, ob die Pumpe läuft. Denn falls sie läuft, dann ist diese Anleitung für deinen Problemfall nicht geeignet.

    • Wenn du das übliche, leise Arbeitsgeräusch der Pumpe kennst und daraus jetzt ein ganz leises, tiefes Summen oder gar kein Geräusch geworden ist, dann steckt möglicherweise der Pumpenrotor fest. Das Summen, das ich meine, ist ganz gleichmäßig (z.B. 50 oder 60 Hz) und eindeutig kein Laufgeräusch.

    • Achtung: Die Pumpe könnte heiß sein. Bitte kontrolliere das, bevor du die Pumpe mit deinem Ohr berührst. Sicherer ist es, z.B. einen Schraubendreher mit einem Ende an die Entlüftungsschraube der Pumpe (roter Pfeil) zu halten und mit dem anderen an dein Ohr. So kannst du ähnlich wie ein Arzt mit dem Stethoskop die Pumpe abhören.

    • Wenn du kein Laufgeräusch erkennen kannst (oder wenn du nicht sicher bist), dann bist du hier richtig.

    • Hinweis: Bei manchen Pumpentypen ist die im Bild rot markierte Entlüftungsschraube durch ein zusätzliches Gehäuse verdeckt. Ich besitze keine solche Pumpe und kann daher keine Lösung dafür anbieten. Möglicherweise kann man dieses Zusatzgehäuse leicht abnehmen.

  2. Öffne die große Entlüftungsschraube der Pumpe mit einem passenden, großen Schlitzschraubendreher. Notalls geht das auch mit einer Münze, falls du keinen ausreichend großen Schraubenzieher besitzt. Achtung: Dabei wird etwas Wasser auslaufen. Halte z.B. einen Kübel unter die Pumpe.
    • Öffne die große Entlüftungsschraube der Pumpe mit einem passenden, großen Schlitzschraubendreher. Notalls geht das auch mit einer Münze, falls du keinen ausreichend großen Schraubenzieher besitzt.

    • Achtung: Dabei wird etwas Wasser auslaufen. Halte z.B. einen Kübel unter die Pumpe.

    • Nun wird die Stirnseite der Pumpenrotorwelle sichtbar. Je nach Typ der Pumpe befindet sich dort eine Einkerbung z.B. in Form eines Schlitzes oder eines Kreuzes.

    • Falls du noch nicht sicher bist, ob die Pumpe läuft, führe einen Schraubendreher (z.B. 5mm Schlitz) vorsichtig in das Loch und sei gefasst, dass er sich von selbst zu drehen beginnt, falls die Pumpe doch läuft. In diesem Fall endet die Anleitung hier. Bringe die Entlüftungsschraube wieder an. Kontrolliere, dass nichts mehr tropft.

    • Stecke einen in Größe und Form zur Einkerbung in deiner Pumpe passenden Schraubendreher in die im vorigen Schritt freigelegte Öffnung.

    • Versuche, den Pumpenrotor mit Hilfe des Schraubenziehers zu drehen. Wenn das gelingt, schalte die Pumpe ein. Läuft sie selbständig an? Gut, Problem gelöst.

    • Wenn sie nicht selbst anläuft, gib ihr eine kleine Starthilfe, indem du den Schraubendreher rasch in die auf dem Gehäuse durch Pfeile angegebene Richtung drehst und die Pumpe sozusagen "anwirfst".

    • Läuft sie jetzt? Dann ist das Problem gelöst. Setze die Entlüftungsschraube wieder ein und kontrolliere, dass kein Wasser heraustropft. Fertig.

    • Andernfalls, wenn die Pumpe noch immer nicht läuft, geht es mit dem nächsten Schritt weiter.

    • Sperre die Wasserzufuhr auf beiden Seiten der Pumpe. Wenn du Glück hast, wurde beim Einbau der Pumpe bereits an eine eventuell notwendige Wartung gedacht und direkt in jedem Flansch, der die Pumpe mit dem übrigen Rohrnetz verbindet, befindet sich ein Kugelhahn. Dessen Schlitz musst du nur mit einem Schraubendreher um 90° drehen.

    • Andernfalls musst du in deiner Anlage nach geeigneten Absperrmöglichkeiten suchen.

    • Je nach Typ der Pumpe ist sie mit einem oder zwei Kabeln elektrisch angeschlossen. Handelt es sich dabei um Steckverbindugen, dann löse diese vorsichtig. Üblicherweise haben die Stecker eine mechanische Sicherung, die man zuvor mit einem kleinen Schraubenzieher leicht anheben muss.

    • Falls das/die Kabel fest mit der Pumpe verbunden ist/sind, dann sind die bei allen Elektroarbeiten notwendigen, üblichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen: allpolig und allseitig abschalten, usw., auf Spannungsfreiheit prüfen!

    • Achtung: wenn dir diese Dinge nicht geläufig und selbstverständlich sind, dann brich an dieser Stelle bitte deine Arbeit ab. Du würdest sonst deine eigene Sicherheit gefährden und vielleicht auch andere Menschen! Außerdem wäre es aus genau diesem Grund verboten. Bitte lieber jemanden, der die entsprechende Fachausbildung hat, um Hilfe.

  3. Notiere dir die Einbau-Richtung der Pumpe, also die Richtung, in der sie das Wasser fördert. Du findest einen Pfeil in der Mitte der Pumpe, zwischen den Rohr-Anschlüssen (rotes Rechteck).
    • Notiere dir die Einbau-Richtung der Pumpe, also die Richtung, in der sie das Wasser fördert. Du findest einen Pfeil in der Mitte der Pumpe, zwischen den Rohr-Anschlüssen (rotes Rechteck).

    • Öffne nun die Verschraubung an einer Seite der Pumpe ein wenig. Dabei wird natürlich Wasser austreten. Halte also einen Kübel bereit.

    • Sollte der Wasseraustritt nicht nach ganz kurzer Zeit nachlassen und ganz aufhören, dann hast du die Wasserzufuhr wohl nicht vollständig abgesperrt. Sei also vorbereitet, die Verschraubung sofort wieder festzuziehen, falls das passieren sollte.

    • Öffne nun auch die Verschraubung auf der zweiten Seite der Pumpe.

    • Entferne die Pumpe. Bewahre die Dichtungen, die du an beiden Seiten vorfindest, gut auf.

  4. Achtung: Wenn du jetzt weitermachst, verlierst du vermutlich jede Gewährleistung für deine Pumpe.
    • Achtung: Wenn du jetzt weitermachst, verlierst du vermutlich jede Gewährleistung für deine Pumpe.

    • Löse die vier Gehäuseschrauben mit einem passenden Innensechskant-Schlüssel, auch Inbus-Schlüssel genannt.

    • Ziehe nun die beiden Gehäuseteile auseinander. Notiere dir die ursprüngliche Lage der beiden Teile zueinander, damit du sie später wieder genau so zusammensetzen kannst. Würdest du sie falsch, z.B. um 90° oder 180° verdreht zusammenbauen, dann hättest du wahrscheinlich später Probleme beim Einbau in deine Anlage.

    • Das Pumpen-Laufrad sollte nun sichtbar sein. Versuche, es vorsichtig zu drehen. Wenn das nach einigen Richtungswechseln gut und leicht klappt, kannst du wieder alles zusammenbauen und zum letzten Schritt springen.

    • Wenn das Laufrad aber (so wie in meinem Fall) komplett festsitzt und sich gar nicht drehen lässt, dann geht es mit dem nächsten Schritt weiter.

  5. Ich vermutete eine Kalk-Ablagerung und konnte diese erfolgreich mit handelsüblicher Essig-Essenz auflösen. Im Detail ...
    • Ich vermutete eine Kalk-Ablagerung und konnte diese erfolgreich mit handelsüblicher Essig-Essenz auflösen. Im Detail ...

    • Stelle die Pumpe mit dem Laufrad nach unten auf ein kleines Kunststoff-Gefäß, z.B. auf einen kleinen Spielzeug-Kübel.

    • Schütte einige Tropfen Essig-Essenz in die mit dem Pfeil gekennzeichnete Öffnung bis die Essenz unten heraustropft. Falls du keine Essig-Essenz griffbereit hast, kannst du auch normalen Salat-Essig verwenden. Der Vorgang dauert dann einfach länger.

    • Beachte die Sicherheitshinweise auf der Essenz-Flasche. Falls dort nichts stehen sollte, verwende Gummihandschuhe und eine Schutzbrille. Falls du unvorsichtigerweise ohne Handschuhe gearbeitet hast, spüle deine Hände sicherheitshalber mit klarem Wasser.

    • Warte 15 bis 30 Minuten.

    • Dann versuche das Laufrad zu drehen. Wenn es sich noch nicht oder nicht leicht drehen sollte, wiederhole den obigen Vorgang. Nach drei solchen Durchgängen war meine Pumpe wieder in Ordnung.

    • Lasse nun Wasser durch die Pumpe laufen - ebenfalls durch die mit dem Pfeil markierte Öffnung, um die Säurereste auszuspülen. Die nunmehr stark verdünnte Essigsäure kannst du bedenkenlos im Abfluss entsorgen, denn sie ist im Prinzip ein Lebensmittel und nun sicher viel schwächer als dein Salatdressing.

    • Achte vor dem Zusammenbau darauf, dass die zwischen den beiden Gehäuseteilen liegende Dichtung sauber ist.

    • Füge die beiden Gehäuseteile wieder zusammen. Achte dabei auf die Ausrichtung der beiden Teile zueinander, die du zuvor notiert hast.

    • Setze die vier Innensechskantschrauben ein und ziehe sie "über Kreuz" gleichmäßig fest (also: links oben, rechts unten, links unten, rechts oben) - zuerst nur leicht anziehen und in einer zweiten Runde dann fest.

    • Baue die Pumpe nun wieder an ihrem alten Platz ein. Beachte dabei die zuvor notierte Förderrichtung. Vergiss nicht, die beiden Dichtungen (gesäubert) zwischen Flansch und Pumpe einzusetzen.

    • Setze auch die Entlüftungsschraube wieder ein und ziehe sie fest.

    • Öffne die erste Wasser-Absperrung ein wenig. Halte dich bereit, sie sofort wieder zu schließen, für den Fall, dass du die Pumpe nicht gut bzw. dicht montiert hast. Ziehe bei Bedarf die Verschraubungen fester an.

    • Öffne nun auch alle anderen Absperrungen, die du zuvor geschlossen hast. Kontrolliere, dass nichts tropft.

    • Stelle die elektrischen Verbindungen wieder her.

    • Zeit für einen Probelauf!

    • Wenn sich irgendwo oberhalb der Pumpe ein automatisches Entlüftungsventil befindet, ist die Aufgabe hiermit erledigt. Andernfalls musst du nun wahrscheinlich die Heizkörper entlüften.

    • Kontrolliere zum Abschluss den Wasserdruck in deiner Anlage - entsprechend der Beschreibung für deine Anlage.

Finish Line

Franz

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